Veranstaltung mit Gunter Schmidt: “Gibt es Heterosexualität? Zur Problematik sexueller Identitäten”

Gunter Schmidt, pensionierter Sexualforscher, hält einen Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde zum Thema seines Aufsatzes “Gibt es Heterosexualität?”. Es geht um die kritische Betrachtung sexueller Identitäten, insbesondere die Ausprägung monosexueller Haltungen, welche als gesellschaftlich konstruiert betrachtet werden. Dazu einen Auszug aus dem Aufsatz:

“Zwei Aspekte machen das von Tolins gezeigte Problem so brisant: Zum einen, dass wir eine «Kultur der Vielfalt» nur rudimentär entwickelt haben. Zum anderen, dass wir immer noch inbrünstig an die scheinbar naturgegebene Polarität Heterosexualität/Homosexualität glauben und die sexuelle Welt nach ihr sortieren. Dabei ist das Wortpaar Hetero-/Homosexualität kaum mehr als hundert Jahre alt und diktiert doch souverän unsere Sicht von Liebe, Beziehung und Sexualität. Aber muss das so sein?”

Quelle: http://www.lsbk.ch/articles/gunter_schmidt.asp

Das autonome Schwulenreferat lädt euch ganz herzlich ein, dabei zu sein und eine andere Perspektive über sexuelle Orientierung jenseits des politischen Mainstreams kennenzulernen. Der Inhalt dieses Vortrags wird sich daher eher auf einer Metaebene der entsprechenden Thematik bewegen, wo jeder mitreden und etwas zum Nachdenken mitnehmen kann.

Picknick gegen Homophobie in Kassel

Der Runde Tisch gegen Homophobie veranstaltet im Rahmen des Internationalen Tages gegen Homophobie eine Kundgebung an der Gustav-Mahler-Treppe nahe der Dokumenta-Halle.
Beginn der Kundgebung: 14:00

Anschließend nutzen wir vom Runden Tisch gegen Homophobie die Karlswiese für ein großes gemeinsames Picknick. Wir freuen uns auf alle, die mitmachen wollen. Es sollte dabei möglichst jeder was zu Essen und zu Trinken mitbringen.
Beginn: Gegen 15:00

Sollte das Wetter für die Kundgebung und das Picknick gänzlich ungeeignet sein, werden wir uns im Bel-Ami treffen. Hier wird nochmal rechtzeitig Bescheid gegeben, falls sich etwas ändert.

Queer Party im K19 am 19.05.2012

Das Autonome Schwulenreferat feiert am 19.5. sein 20-jähriges Bestehen. In diesem Rahmen findet als erste von zwei Jubiläumsveranstaltungen eine Queer-Party statt, wieder in Zusammenarbeit mit dem Autonomen Referat für Frauen und Geschlechterpolitik (ARFG).

Musikalisch sorgen auch diesmal DJ Boneshaker (Wave, Postpunk) und Bluematrix (Pop, Elektronik, 80′s, 90′s) für viel Spaß und Abwechslung. Zur Feier gibt es einen Sektempfang bis 23 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos und barrierefrei zugänglich. Wir freuen uns auf euch.

Vollversammlung im Autonomen Schwulenreferat am 11.4.2012

Hiermit laden wir euch zur Vollversammlung des Autonomen Schwulenreferates ein. Anlass: Wir suchen einen Referenten/Sachbearbeiter, der die Arbeit des Autonomen Schwulenreferates unterstützt. Dies umfasst u.a. folgende Aufgaben:

- Bereitstellung einer sozialen Plattform für Homo- Bi- und Transsexuelle Menschen

- Planung und Durchführung von öffentlichen Aktionen und Veranstaltungen, auch in Zusammenarbeit mit anderen öffentlichen Institutionen

- Verwaltung des Raumes des autonomen Schwulenreferates, inklusive der integrierten Bibliothek und der Homepage.

Auf der Homepage kann man sich einen kleinen Eindruck über unsere Arbeit verschaffen. Bei Interesse an der Referententätigkeit meldet euch bitte zuerst bei Christin Eisenbrandt, unserer Sozialreferentin beim AStA, per Email:

soziales[ät]asta-kassel.de

Online-Befragung zur Präsenz von Homo- und Transphobie in Kassel

Was willst Du leben?

Schimpfwörter wie „schwule Sau“ und verstörte Blicke gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren gehören leider in Kassel noch zum Alltag. Der Runde Tisch gegen Homophobie thematisiert die Einstellungen und Ungleichheiten gegenüber Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender. Ihr könnt uns mit Eurer Teilnahme an unserer Umfrage bei dieser Arbeit unterstützen. Den Fragebogen erreicht ihr Online unter:

https://ww2.unipark.de/uc/homophobie.

Vortrag: Mein Blut darf kein Leben retten!

Ein Vortrag von Philipp Wilhelm von der Uni Münster über die Ungleichbehandlung von schwulen und bisexuellen Männern bei Blutspenden.

Warum werden nur homo- und bisexuelle Männer ausgeschlossen, warum werden sie überhaupt ausgeschlossen und was kann man tun um das zu ändern?

Der Vortrag dauert etwa 30-40 Minuten und im Anschluss findet eine Diskussion über das Thema statt.

Amnesty International kämpft gegen die Hinrichtung eines Homosexuellen im Iran!

Der iranische Kurde Makwan Moloudzadeh ist nach vorliegenden
Informationen in unmittelbarer Gefahr, hingerichtet zu werden. Wie es heißt, wurde er schuldig gesprochen, bei der mutmaßlichen Vergewaltigung eines 13-jährigen Jungen Analverkehr (lavat-e iqabi) praktiziert zu haben. Makwan Moloudzadeh war zum Zeitpunkt der ihm zur Last gelegten Tat 13 Jahre alt. Das gegen ihn verhängte Todesurteil ist an das Amt für den Strafvollzug weitergeleitet worden. Er soll öffentlich in der Nähe seines Elternhauses hingerichtet werden.

Hier gibt es den kompletten Text und eine Unterschriftensammlung, die auch im November 2007 noch bei uns abgeben werden kann:

http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/210b31aa146ed695c125682b003a7b54/8e8a05a752ef7f62c1257383006298b6?OpenDocument

Nachlese zum Nazi-Aufmarsch am 29.10.05 in Göttingen

Etwa um 10 Uhr machten sich die Schwuletten nach Göttingen auf, um mit 4000 anderen den Nazi-Aufmarsch zu verhindern.
Die Fahrt verlief ereignislos und so standen wir pünktlich um 11 Uhr am Platz der Synagoge um mit der Gegendemonstration gegen die Nazis mitzulaufen. Eine große Menge lief also quer durch die Innenstadt und zeigte, was sie von der braunen Soße hielt.
Kurz bevor die Demo in die Zielgerade einlief, seilten wir uns mit einer kleinen Gruppe aus Göttingen ab und versuchten, den Nazis näher zu kommen.
Über Umwege kamen wir an die Kreuzung Nikolausberger Weg / Humboldtallee, wo bereits viele Linke und Autonome eine Blockade errichtet hatten.
Die Spannung stieg und die Atmosphäre war längst nicht mehr so friedfertig, denn kurz vor der Kreuzung hatten sich 500 Autonome platziert und zunächst erstmal den Weg für die Polizei und dahinter die Nazis blockiert. Auf der Kreuzung direkt hatten sich Sitzblockaden errichtet und hinter uns, weiter auf der vorgesehenen Route, befanden sich weitere Barrikaden mit brennenden Mülleimern und Ähnlichem.
Die Polizei sah wohl ein, dass da kein Durchkommen mehr war und lenkte den Zug der etwa 250 Nazis um auf die Weender Landstraße. Mittlerweile hatte sich die Atmosphäre verschärft, die 500 Autonomen waren weggespritzt und der erste Wasserwerfer kam auf die Kreuzung zu, blieb jedoch stehen und tat nichts weiter…
Als sich das Gerücht verbreitete, der Nazi-Aufmarsch sei umgelenkt, löste sich die Sitzblockade schnell auf und alle wuselten und suchten durcheinander nach einem Weg in Richtung Braun. Auch die Polizei löste bald die Sperren auf und man konnte durch das Uni-Gelände direkt an den Zug der Nazis kommen.
Die Polizei tat, was ihre Aufgabe war, und bildete einen Wall zwischen Linken und Rechten. Langsam fanden aber immer mehr Linke und Autonome den Weg zu der Nazi-Demo und die Situation verschärfte sich wieder. Es gab einige kleinere Ausschreitungen sowohl von den Autonomen als auch von Seiten der Polizei, aber eher, um die gebildeten Grenzen festzuschreiben.
Bald waren die Nazis eingekesselt von Antifaschisten und es kam zu einer Patt-Situation. Die Nazis konnten nicht weiter und die Gegendemonstranten nicht näher. Die Polizei gestattete den Nazis die erste von drei geplanten Reden zu halten, inmitten von ungnädigen Zuhörern, auf einer Kreuzung mit mehreren linksgerichteten Häusern.
Die Faschisten fassten sich nicht kurz…

Allerdings war das auch das Einzige, was sie erreichen konnten. Die Polizei konnte die Fortführung dieses Theaters nicht mehr verantworten und brach die Demonstration der Nazis ab.
Nun mussten die Braunen nur noch zum Bahnhof geleitet werden, was sich jedoch als schwierig erwies, denn hier patzte die Polizei.
Plan war es, die Nazis über die Güterbahnhofstraße, also der Parallelstraße direkt wieder zum Bahnhof zu geleiten. Dazu wurde der Friedhof zwischen den Straßen abgesperrt, aber direkt daneben konnte man ungehindert am Iduna-Zentrum vorbei auf die Güterbahnhofstraße.
Das war schlecht! Zwar sollten die Nazis endlich abziehen, aber nun standen die ganzen Gegendemonstranten im Weg.
Die Polizei musste also irgendwie den Weg räumen, was sie auch tat. Wir, als die friedfertigen Schwuletten, die wir nun mal sind, waren ganz vorne dabei beim Vorhaben uns nicht von der Polizei verhauen zu lassen. Aber der Fluchtweg endete im Nichts: am Ende der Straße hatte die Polizei vorher Straßensperren errichtet und nun gab es kein Durchkommen. Einen Moment sah es so aus, als würde es nun Schläge regnen…
Ein Glück, die Polizisten an der Straßensperre bekamen rechtzeitig Order und öffneten die Straßensperre, so dass wir alle glimpflich davon kamen. Das warf nicht gerade das beste Licht auf die Jungs an der Straßensperre, aber es ist ja nochmal gut gegangen.

Danach war für uns die Demo vorbei, fürs erste Mal war es den meisten genug, und schließlich war der Abzug der Nazis nun gesichert. Freude, Freude allerorten!

Insgesamt haben alle außer den Nazis bekommen, was sie wollten. Von den sieben angemeldeten Kilometern und drei Ansprachen der Nazis blieben 250 Meter und eine Rede übrig, noch dazu mit äußerst unwilligen Zuhörern. Die Polizei musste nicht knüppeln und für die Größe des Einsatzes musste sie erstaunlich wenig festnehmen. Gefilmt wurde auch auf dieser Demo, was auch weiterhin nicht zu den zwingenden Aufgaben des Staatsapparates gehört, aber dafür ging es sonst sehr glimpflich ab.